Was Stress ist und seine Auswirkungen, sind uns häufig nicht bewusst. Oft erkennen wir den Stress in unserem Leben nicht einmal, weil wir die Symptome nicht hinterfragen. Und weil wir die Symptome nicht hinterfragen, bekommen wir nicht mit, dass unser Bauchweh kein richtiges Bauchweh, sondern ein mulmiges Gefühl im Bauch ist, was nichts mit einem verdorbenen Magen, sondern mit dem unangenehmen Gesprächsthema zu tun hat. Oder wir nehmen am äußersten Rand unseres Bewusstseins wahr, dass etwas negatives auf uns zukommen könnte und schon sitzt uns die Angst im Nacken. Wir spüren wie so oft allerdings nicht die Angst, sondern nur den Schmerz der Verspannung. Vielleicht nehmen wir noch die Unruhe in uns drinnen wahr, vielleicht den schnelleren Herzschlag oder wie wir schwitzen, doch denken wir uns nichts dabei. Wir kriegen den Bogen von dem Verspannungsschmerz zu unserer Angst nicht hin. Kennen Sie das? Wenn ja, ist Ihnen der Zusammenhang zwischen Ihrem Stress und der Befindlichkeit Ihres Körpers bekannt. Wenn nein, spüren Sie nur die Auswirkungen, das mulmige Gefühl im Bauch oder die Verspannungen in Ihrem Nacken und Schulterbereich. Die Chance, dieses mulmige Gefühl im Bauch oder die Verspannungen im Nacken auflösen zu können, ist Ihnen entgangen, denn Sie können den auslösenden Stress nicht beseitigen, da Sie ihn nicht wahrnehmen. Diese Art von Stress bezeichne ich als unbewussten Stress, der die meisten von uns jahrzehntelang begleitet.

Mit Stress ist es ähnlich, wie mit einem Eisberg. Ca. 85 % davon befinden sich unter Wasser. Wir nehmen sie nicht wahr. Genauso nehmen wir oft auch andere mit Stress verbundene Gefühle nicht oder nur oberflächlich wahr. Wir haben gelernt, dass es sich hier um unangenehme Gefühle handelt, die wir besser verdrängen. Besser formuliert: So haben wir es nicht gelernt, so wurde es uns anerzogen.

Denn mit Gefühlen wie Scham, Schuld oder Verzweiflung ist auch ein psychisch-seelischer Schmerz verbunden, den niemand haben mag. Also wird dieser Schmerz durch Verdrängung oder Abspaltung abgewehrt. Diejenigen, die den Schmerz nicht abwehren, merken spätestens in der Begegnung mit anderen, dass sie mit diesem Schmerz nicht willkommen sind. Also wehren sie den Schmerz jetzt ab, denn sie wollen ja dazugehören, was ihnen nicht zu verdenken ist. So kommt die Erziehung zustande.

Nachdem wir den Schmerz verdrängt haben, wissen wir nichts mehr davon. Wir wissen auch nichts mehr von den Gefühlen, die ihn ausgelöst haben, obwohl sie uns weiterhin begleiten und sich häufig chronisch physiologisch auswirken. So sind nach Aussagen von Medizinern bis über 80 % aller Arztbesuche auf die physiologischen Auswirkungen von Stress, also auf verdrängte Gefühle wie Unzufriedenheit, Ärger, Verzweiflung, Hilflosigkeit oder Angst zurückzuführen. Die Palette der entstehenden Krankheiten reicht von A wie Alzheimer bis Z wie Leber-Zirrhose. Häufige Warnzeichen einer solchen sich anbahnenden Krankheit können allgemeine Lustlosigkeit über längere Zeit, häufige Müdigkeit oder ein zu hoher oder zu niederer Blutdruck sein.

Gleichzeitig nehmen die verdrängten Gefühle Einfluss auf unser Verhalten, was uns oftmals auch nicht bewusst ist. So gehen wir Situationen aus dem Weg, die uns mit unserem unbewussten Schmerz oder den damit zusammenhängenden Gefühlen, die wir nicht haben wollen, in Verbindung bringen könnten. Wir distanzieren uns wegen dem Gefühl von Hilflosigkeit oder Groll in unserer Paarbeziehung, sie wird immer mehr zum Nebeneinander statt zum Miteinander; wegen mangelndem Selbstwert scheuen wir ein klärendes Gespräch mit unserem Chef oder unserer Chefin; aus Angst zu versagen, bringen wir unsere Projekte nicht voran oder beginnen sie nicht einmal und so weiter.

Unbewusster Stress

So lange wir nicht bereit sind, unseren Blick nach innen zu wenden, werden wir das äußere Geschehen für unseren Misere verantwortlich machen. Wir erkennen nicht, wie uns der uns nicht bewusste Stress in diese Situation gebracht hat. Erst wenn wir nach innen schauen, haben wir es wirklich selbst in der Hand, unseren Stress zu erkennen und nachhaltig aus unserem gesamten System zu entfernen. Das setzt voraus, dass wir uns mit unseren unbewussten verdrängten Gefühlen und den daran haftenden tief verwurzelten Überzeugungen und Glaubenssätzen auseinandersetzen. Diese Gefühle haben ihren Ursprung in bewussten oder unbewussten nicht gelösten seelischen Konflikten oder Unverständnis unserer Eltern uns gegenüber in Form von Härte, Ungeduld, Scham oder Stress.

Stress effektiv und nachhaltig abbauen

Wenn wir uns von unseren inneren unbewussten Verstrickungen von Gefühlen, Glaubenssätzen und Überzeugungen befreien, fällt ein großer Ballast von uns ab. Wir können dann unsere Gefühle aushalten, gehen ihnen nicht mehr aus dem Weg. Das schafft Befreiung und Raum für Erfüllung. Der innere Druck hört auf und wir haben die Voraussetzung für eine nachhaltige Wirkung geschaffen. Damit einhergehend wird das psychosomatische Krankheitsrisiko erheblich reduziert, da die gesundheitlichen stressbedingten Auswirkungen wegfallen, wenn der zugrunde liegende Stress in der Tiefe aufgelöst ist. Sie können die Wirkung an Ihrem gesundheitlichen Zustand und Ihrer Vitalität beobachten.

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